Über mein WG-Leben

Seit Anfang Januar wohne ich in einer neuen WG in Berlin.

Ziemlich unbedarft bin ich dorthin gezogen und dachte mir nichts böses dabei. Ich brauchte dringend ein Zimmer, erstmal für ein paar Monate. Und da mir vom Vermieter eine WG angeboten wurde, die frisch renoviert sei, wie er sagte, und die er eigentlich als Ferienwohnung nutzen wollte, sich jetzt aber doch umentschieden hätte und beschlossen eine WG daraus zu machen, zögerte ich nicht lange.

Meine Mitbewohner, die auch alle neu einziehen sollten, lernte ich erst kennen, als ich mit Sack und Pack vor der Türe stand.

Nun ja, der erste Eindruck war eher neutral...man sieht den Menschen ja nicht direkt an, was für Charakterzüge tief in ihrem Inneren schlummern!

Wie nervig Arthur wirklich ist, bekam ich erst im Laufe der Zeit mit.

Nun hätte ich unzählige Geschichten zu erzählen und könnte mich endlos aufregen!

Zum Beispiel darüber, dass er nie, aber auch wirklich nie seine Zimmertüre zumacht, er in Folge dessen alles mitbekommt und ständig alles und jeden kontrolliert. Angefangen damit, dass er schon in seiner Türe steht, sobald man die Wohnung betritt. Immer dient ihm irgendein fadenscheiniger Grund dazu, ein Gespräch zu beginnen. Gespräch kann man das aber nicht nennen, sondern er fängt eher an monologartig vor sich hinzubrabbeln, ungeachtet dessen, ob sein Gegenüber interessiert ist oder nicht!

So kommt er mindestens 10 Mal in die Küche , während man sich etwas zu Essen macht, um zu fragen, ob er nun lieber Pizza bestellen solle oder zu Rewe gehen...

"Das interessiert mich in etwa so sehr, als ob in China gerade ein Reissack umfallen würde!" würde ich ihm am liebsten entgegenschleudern. Aber dazu habe ich dann doch noch zuviel Anstand - bis jetzt.

Er klopft ungeniert zu jeder Tages- und Nachtzeit an meine Zimmertüre (tatsächlich auch nachts um 2h, wenn er noch Licht bei mir sieht) und muss dann so dringende Informationen loswerden, wie : "Ich war heute beim Zollamt" oder: "Der Backofen ist warm. Hast Du Dir vorhin eine Pizza gemacht?"

Man kann nicht viel mehr machen, als sich an den Kopf greifen und sich fragen, ob mit ihm wohl alles in Ordnung ist. Anscheinend ist da einiges schief gelaufen...

Er kam, nachdem ich geduscht hatte, auch schon in mein Zimmer spaziert, um mir mitzuteilen, dass auf dem Badezimmerboden eine Pfütze sei. Er hätte ja hineintreten können, ausrutschen und sich den Kopf an der Badewanne stoßen...ob ich das verantworten könne?

"Könne ich!" hätte ich fast gesagt, konnte dann aber doch nochmal an mich halten und war sogar so nett, ihm ins Bad zu folgen, um das Pfützchen aufzuwischen. Eine Aktion, die mit dem Kommentar quittiert wurde: "Jetzt ist aber der ganze Boden feucht!"

Seine Katzen bekommen auch kein Nassfutter zu fressen. Das sei nicht gut, seiner Meinung nach. Nur Thunfisch dürfen sie ab und an mal verköstigen. Aber als ich ihnen ein Döschen hingestellt habe, bekam ich gleich den Vorwurf um die Ohren geschleudert, wie ich denn so unverantwortlich sein könne, die Flüssigkeit vorher nicht abzuschöpfen! Naja, da fällt mir ehrlich gesagt nur noch wenig dazu ein, umso mehr, als ich dann das Döschen wegwerfen wollte und er meinte, warum ich ihnen denn nicht die leere Dose zum Ausschlecken hinstellen würde.

Bitte?!? Dose = scharfe Kanten! Aber die Flüssigkeit soll schädlich sein???

Definitiv muss bei ihm irgendwann mal was gewaltig schief gelaufen sein! Aber ein Gutes hat die Sache doch! Ich habe auf jeder Party eine lustige Geschichte zu erzählen =) !